Weltenbummler erzählen















 Reise-Tagebuch - Vietnam und Kambodscha Seite 2


Fluss bei Son Tay
Dann sind wir zum Mittagessen gefahren, und anschließend Boot. Die Gegend war so ähnlich wie in Laos bei Luang Pabang. Auf dem Wasser wimmelte es nur so von Ruderbooten. Die meisten Leute haben ihr Boot mit den Füßen gerudert, und zwar nicht mit beiden Rudern gleichzeitig, sondern abwechseln, so wie man Fahrrad fährt. Es sah ganz lustig aus. Und die wenigen, die mit den Händen gerudert haben, haben die Ruder nicht gezogen, sondern geschoben.


Wir sind einen Fluss entlang gefahren bis zu verschiedenen Grotten, wo das Boot durch gefahren ist. Die Landschaft war sehr schön, und es schien sogar mal kurz die Sonne.

Hier mein zweites unangenehmes Erlebnis. Wir sollten den Bootsfahrern einen Dollar oder
20.000 d Trinkgeld geben. Leider habe ich mich vergriffen, und der Frau anstatt zwei Scheinen zu 10.000 d zwei 100.000 d Scheine gegeben. Die Scheine waren auch beide grün, und die vielen Nullen haben mich verwirrt. Als ich es gemerkt habe, wollte ich es ihr umtauschen, aber sie hat es mir nicht zurück gegeben. Eigentlich unverschämt. Ich hatte in Vietnam ständig das Gefühl, dass einen fast jeder betrügen will.

100.000 Dong10.000 Dong


Sonntag, 18. Dezember 2011

Der Bus heute Morgen war überpünktlich. Gut, dass ich schon 10 Minuten früher in die Rezeption gegangen bin. Ich konnte mich nicht mal richtig von der netten Ms. Hue verabschieden. Sie kam gerade von irgendwo her, als ich zur Tür hinaus bin, und ich konnte ihr nur noch ein „Bye“ zurufen.

Der Bus war schon fast voll, und ich hatte einen der schlechtesten Plätze über dem Hinterrad. Ich saß da wie ein zusammengefalteter Klappschirm. Nach zwei Stunden haben wir eine Pause gemacht, und ich konnte endlich meine Beine ausstrecken. Nach weiteren 1 ½ Stunden waren wir in Halong Bay City. Gestern Abend hatte ich mir noch im Internet ein Hotel gebucht, das Thuy Duong Ha Long. Zwei Übernachtungen kosten 26 US-$. Und es gab einen kostenlosen Abholservice vom Busbahnhof. Zuerst habe ich gegenüber einen Kaffee getrunken, er war gut, hat aber 20.000 d gekostet, ganz schön teuer. Ein Typ sprach mich an, und es stellte sich heraus, dass er in meinem Hotel arbeitet, er hat mich gleich auf seinem Motorrad mit genommen. Der Begrüßungsdrink entpuppte sich als eine Kanne heißes Wasser. Und ein Kaffee oder Saft kosten hier im Hotel auch 1 US-$.
 
Ich habe gleich für morgen eine Bootstour gebucht. Als ich zurück in mein Zimmer wollte, hat mich die Chefin noch einem Deutschen vorgestellt, der mit fünf Vietnamesen um einen Tisch saß und gegessen hat. Ich sollte auch so ein eklig süßes, zähes Päckchen, das mit Reis gefüllt war, essen, aber ich habe gesagt, ich hätte keinen Hunger, nachdem ich gesehen hatte, wie der Deutsche so missmutig daran herum gekaut hat. Ein Bier wollte ich auch nicht. Dann musste ich doch etwas mit trinken, es hat geschmeckt wie Malzbier mit Zuckerwasser verdünnt, und kam direkt so aus der Dose. Der Deutsche war ganz nett, nicht mehr ganz jung, kam aus Aschaffenburg und war Dauertraveller.

Ich habe einen Spaziergang an der Seepromenade entlang gemacht bis es nicht mehr weiterging. Es sieht alles ein bisschen heruntergekommen aus, und es war fast alles geschlossen, außer ein paar großen Hotels.

Inzwischen hatte ich richtig Hunger. Ich bin Richtung Markt gegangen und habe ein Restaurant gefunden, das offen hatte und habe für 70.000 d etwas gegessen und getrunken. Es war lecker.

Heute war es den ganzen Tag bedeckt, nur mittags kam die Sonne mal ein bisschen raus, da wurde es gleich warm. Ich saß noch im Bus und musste meine Jacke ausziehen und die Ärmel hochkrempeln.

Übrigens, die Fahrt ging fast nur durch Städte. Wenn eine aufhörte, fing gleich die nächste an. Zwischendurch waren ein paar kleine Felder, teils mit Gemüse, teils abgeerntet oder schon umgegraben, und einige wenige schon mit frischem, grünen Reis. Es erinnerte eher an eine Kleingartenkolonie nur ohne Gartenhäuschen, als an Landwirtschaft. Kurz vor Halong Bay wurde die Gegend hügliger. Die meisten Hügel waren richtig bewaldet mit Kiefern oder Eukalyptus. Auf der Landkarte sind gar nicht so viele Städte eingezeichnet. Auf jeden Fall ist die Gegend hier sehr dicht besiedelt. Aber hier in Halong Bay ist nicht ganz so viel Verkehr.


Montag, 19. Dezember 2011

Obwohl es heute Morgen noch nicht so aussah, schien dann doch den ganzen Tag die Sonne. Ich sollte um ½ 8 abgeholt werden. Aber anscheinend hatte man mich vergessen. Um ¼ nach 8 bin ich zur Chefin und habe gefragt, wann der Bus kommt. Sie hat telefoniert und 10 Minuten später war tatsächlich jemand da.

BootshafenEs wurden noch vier Chinesen aus einem anderen Hotel abgeholt, und wir sind irgendwo ans Ufer gebracht worden. Es war kein Hafen, und es saßen schon ein paar Leute auf dem Boot. Unter anderen zwei Franzosen, die ich gestern schon im Bus getroffen hatte.

Von den Chinesen konnte eine etwas Englisch, sie hieß Rose. Sie war sehr kommunikativ, und hat mich gleich in ihren Kreis aufgenommen. Es war ganz lustig.


Nach einer kurzen Fahrt hielten wir an einer Insel und besichtigten die Dau Go Cave. Sie war sehr schön, etwa 250 m lang. Es gab vier große Säle, alle unterschiedlich. Die Höhle ist vor etwa 70.000 Jahren entstanden.

Höhle Dau Go CaveKurz danach haben wir schon wieder angehalten. Man konnte mit einem Ruderboot durch eine Höhle fahren, aber ich glaube, von unserem Boot haben das nur zwei Leute gemacht. Anschließend sind wir durch die Inseln und Inselchen gekreuzt. Eine atemberaubende Landschaft, vor allem weil die Sonne schien. Man hatte zwar nicht die beste Sicht, weil es sehr diesig war, aber es war wenigstens nicht alles im dichten Nebel, wie so oft in der Halong Bucht.

Boote

Beim Mittagessen saß ich mit den Chinesen an einem Tisch. Es gab Fisch. Eigentlich war es ein bisschen wenig für fünf Leute. Die Chinesen wollten auch noch etwas nachbestellen, aber es gab nichts mehr, außer Reis, und davon hatten wir noch reichlich. Ich saß die meiste Zeit auf dem Oberdeck. Die Franzosen kamen dann auch, wir haben uns unterhalten, sie waren sehr nett. Insgesamt waren sechs Franzosen an Bord. Zwei Holländer waren für ein Jahr mit dem Fahrrad unterwegs. Sie sind an einer Insel ausgestiegen.

An einer Insel haben wir noch einmal angehalten. Es führte eine Treppe den Berg hoch, und von oben hatte man eine tolle Aussicht. Außer mir sind nur noch zwei Franzosen mit hinauf geklettert, die anderen sind beim Boot geblieben.

Spät nachmittags waren wir zurück. Es war ein schöner Ausflug. Das Boot war nicht zu voll, vielleicht 18 Leute, und es war sehr leise.


Dienstag, 20. Dezember 2011

Ich habe im Café Emeraude hervorragend gefrühstückt. Die Sonne schien, und es wurde schön warm. Ich bin ein Stück am Strand entlang gegangen, habe mich in einen Liegestuhl gesetzt, gelesen und Postkarten geschrieben.

Um ½ 5 sollte ich abgeholt werden zum Bus nach Hue. Ich hatte noch Zeit und habe mich an meinem Hotel mit zwei sehr netten Französinnen unterhalten, die auf ihren Bus nach Hanoi gewartet haben. Eine der beiden sprach sogar sehr gut Deutsch, sie hatte vier Jahre in Berlin internationales Recht studiert.

Um 5 Uhr sollte mein Bus nach Hue abfahren. Auf mein dreimaliges Drängen hin, hat sich dann endlich einer vom Personal bequemt, mich zum Bus zu bringen. Wir waren erst um ¼ nach 5 an der Haltestelle, der Fahrer hat mir die Fahrkarte gekauft, und weg war er. Der Bus kam tatsächlich erst kurz vor 6 Uhr. In der Zwischenzeit habe ich mich mit zwei Vietnamesinnen unterhalten, die kein Wort Englisch konnten. Wir haben uns gegenseitig die Wörter aus meinem Wörterbuch gezeigt. So habe ich erfahren, dass die eine 24 und die andere 22 Jahre alt war. Sie wollten nach Saigon, um dort zu arbeiten. Die eine hatte ein Kind, das sie bei ihren Eltern gelassen hat.

Bevor man in den Bus einstieg, musste man die Schuhe ausziehen. Es gab nur Liegeplätze, insgesamt 40. Ich hatte einen Platz in der oberen Etage. Es war sehr bequem. So etwas müsste mal jemand für Flugzeuge erfinden. Die Busfahrt solle laut Auskunft der Chefin in meinem Hotel
16 Stunden dauern.

Der Busfahrer war ziemlich unfreundlich. Er hat überhaupt nicht reagiert, wenn ich etwas gefragt habe. Beim ersten Stopp, so nach 2 ½ Stunden gab es Diner in einem Rasthaus an der Straße. Da war dann der Busfahrer auf einmal ganz freundlich, und hat mir gedeutet, mich neben ihn zu setzten. Es gab irgendwelche Fleischspieße mit Reis. Der erste Bissen hat einigermaßen geschmeckt, aber ich konnte beim besten Willen nicht erkennen, was es war. Ich habe mir dann vorgestellt, dass es vielleicht Hund, Katze oder Ratte, oder irgend so was war, dann hat es mir nicht mehr geschmeckt. (Später – zu Hause habe ich durch einen Fernsehbericht erfahren, dass es tatsächlich Hund war. Es wurde genau beschrieben, wie das Fleisch aussieht, nämlich wie Hähnchenfleisch, es hat nur nicht so geschmeckt.) Es gab auch noch große, weiße, wabbelige Tofuwürfel, die nach nichts geschmeckt haben. Das einzige, was ganz gut war, war das Gemüse, hauptsächlich Zwiebeln. Ich hab mich an zwei Schüsselchen Reis satt gegessen.

Zuerst wollte ich im Bus lesen, aber nach 5 Minuten ging das Licht aus, und es war dunkel. Es gab zwar ein kleines Lämpchen über den Liegen, aber das gab weniger Licht, als von draußen rein kam. Ich habe versucht, so gut es ging während der Fahrt zu schlafen, manchmal kamen aber Schlaglöcher, bei denen man fast bis an die Decke gehüpft ist.


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Texte und Fotos

© Marga Fiedler-Scholz

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